Newsletter Oktober 2018
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Gerne informieren wir Sie in diesem Newsletter über das Thema BVG 1e Vorsorgepläne (Zusatzversicherung). 

 

BVG 1e Vorsorgepläne

Am 1. Oktober 2017 trat die Gesetzesänderung zu den sogenannten BVG 1e Vorsorgeplänen in Kraft. Mit der dazugehörigen Verordnung ist es erstmals möglich, Schweizer Vorsorgepläne unter gewissen Voraussetzungen als «defined contribution plans» gemäss IFRS oder US GAAP zu führen und bilanzieren.

In einer Pensionskasse (BVG Basisvertrag mit allenfalls separatem Zusatzvertrag oder Kadervertrag) wird üblicherweise das ganze Vermögen für alle Versicherten mit einer einheitlichen Finanzstrategie kollektiv angelegt. Somit besteht keine Wahlmöglichkeit für die einzelnen Destinatäre auf eine bestimmte Anlagestrategie.

Seit 2006 können Vorsorgeeinrichtungen gemäss Art. 1e BVV2 den Versicherten eine individuelle Wahl von verschiedenen Anlagestrategien anbieten (1e Plan). Dies gilt jedoch nur für Lohnanteile über CHF 126'900 (2018 = 4.5-fache maximale AHV-Altersrente). Bisher war die gesetzliche Vorgabe, dass unabhängig vom gewählten Anlagerisiko, immer der gleiche Schutz gegen Finanzverluste nach Art. 17 FZG zu bestehen hat. Das bedeutete, dass die Stiftung respektive der Arbeitgeber den Schutz gewährleisten mussten. Da diese Garantie mit dem neuen Art. 19a FZG aufgeweicht wird, sind 1e Pläne nun für den Arbeitgeber attraktiver und für die Arbeitnehmer flexibler.

In der dazugehörigen Verordnung wurden verschiedene Details geregelt: 

  • Es dürfen maximal 10 Anlagestrategien pro Vorsorgewerk (Arbeitgeber) angeboten werden.  Mindestens eine Anlagestrategie muss risikoarm sein. Dabei gelten als risikoarme Anlagen in erster Linie Bargeld und Obligationen mit einem Rating von mindestens A- bzw. A3. Ausserdem darf die durchschnittliche Laufzeit der Forderungen nicht mehr als 5 Jahre betragen.
  • Ein 1e Plan gilt als angemessen, wenn die jährlichen Sparbeiträge zur Finanzierung der Altersleistungen nicht mehr als 25% aller versicherbaren AHV-pflichtigen Löhne betragen (BVV2, Artikel 1). Die Angemessenheit muss über alle BVG-Pläne, welcher der Arbeitgeber führt, erfüllt sein.
  • Speziell für 1e Pläne gelten zudem, dass die Obergrenze der Einkaufstabelle mit einem maximalen Sparbeitragssatz von 25% und einem Zinssatz von 0% festgelegt werden muss. Betreffend der Einkaufstabelle gilt bei Basis- und Zusatzverträgen, welche eine kollektive Anlage haben, weiterhin die Regelung mit 2%. Für bestehende 1e Vorsorgepläne muss der Hochrechnungszinssatz in der Einkaufstabelle per 01.01.2020 von 2% auf 0% angepasst werden. 
 

Für wen sind 1e Vorsorgepläne sinnvoll?

Sofern ein Arbeitgeber sich für die 1e Vorsorgepläne interessiert, empfehlen wir ein persönliches Gespräch mit seinem BVG-Mandatsleiter. Vielfach besteht heute nebst dem BVG-Basisvertrag schon ein BVG-Zusatzvertrag, in welchem Lohnbestandteile über CHF 126'900 versichert werden.

Sollte eine 1e Vorsorgelösung in Frage kommen, analysiert Arbenz + Partner die heutigen Vorsorgepläne in Kombination mit den Wünschen des Arbeitgebers und der Versicherten. Mitberücksichtigt werden weitere Kriterien sowie das Alter der Versicherten (Anlagehorizont). Zudem ist es von Vorteil, wenn der Arbeitgeber und die versicherten Arbeitnehmer über Grundkenntnisse des BVG- und Finanzmarktes verfügen. Über 1e Vorsorgepläne wurde in letzter Zeit viel geschrieben und berichtet. Eine 1e Vorsorgelösung ist ein Nischenprodukt und nicht für jeden Arbeitgeber bzw. seine Mitarbeiter geeignet.

Fragen Sie uns an! Wir unterstützen Sie gerne bei der Erarbeitung Ihrer BVG-Lösung, der BVG-Zusatzlösung bzw. der 1e Vorsorgelösung.

Ihr BVG-Team von Arbenz + Partner AG

 
 
 
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