Newsletter II August 2018
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Gerne informieren wir Sie in diesem Newsletter über Haftpflichtdeckung bei GU-Tätigkeit.

 

Achtung: Fehlende Haftpflichtdeckung bei faktischer «GU-Tätigkeit»!

Wer als Unternehmer im Bau- und Baunebengewerbe aus Goodwill oder als Gesamtlösung erweiterte Dienstleistungen anbietet, hat das Risiko, unbewusst in die Nähe eines GU (Generalunternehmers) zu geraten. Dies kann bei Mängeln oder Schäden zu Lücken beim Versicherungsschutz führen.

Zum Fall:
Ein Gartenbaubetrieb übernahm nebst dem Gestaltungsauftrag des Gartens für den Bauherrn auch noch gewisse bauliche Tätigkeiten für ein Schwimmbad. Nach Inbetriebnahme des Schwimmbades senkte sich dieses wegen ungenügender Fundamentation ab und musste ausgebaut werden. Der Schadenfall wurde über die Deckung "Ein- und Ausbaukosten" der Haftpflichtversicherung angezeigt. So wären wenigstens die Kosten für den nochmaligen Aus- und Einbau sowie die Wiederherstellung der Umgebung versichert gewesen.

Die Versicherung lehnte es jedoch ab, auf den Schadenfall einzutreten. Als Begründung wurde angeführt, dass der Gartenbaubetrieb gegenüber dem Bauherrn ja nicht nur seine eigenen Leistungen offeriert habe, sondern – um dem Kunden eine Gesamtlösung aus einer Hand zu bieten – auch noch alle weiteren Lieferungen und Arbeiten Dritter für das Schwimmbad auf seinem Namen in die Offerte aufgenommen habe. Mit allen diesen zusätzlichen Leistungen sei der Gartenbaubetrieb in Tat und Wahrheit als GU (Generalunternehmer) aufgetreten, argumentierte die Versicherung. Das gesamte Bauwerk – also nicht nur die Werksteile Garten und Fundamentation, welche der Gartenbaubetrieb ausführte – sei deshalb aufgrund der im Baubereich üblichen Vertragsklausel «GU-Tätigkeit» vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Weitere (mögliche) Beispiele:

  • Der Küchenbauer erhält den Auftrag für eine neue Küche. Er organisiert und besorgt aber auch noch alle Geräte, Beleuchtungskörper, den Kundenmaurer sowie sämtliche Anschlussarbeiten.
  • Der Schreiner erhält den Auftrag für einen Innenausbau im Dachgeschoss. Er organisiert dabei auch alle übrigen Arbeiten wie Zimmermann, Dachdecker und Spengler sowie den Einbau einer thermischen Solaranlage.


Empfehlung:
Wenn Sie neben Ihren eigenen Leistungen für einen Auftraggeber oder Bauherrn gleich noch alle weiteren Lieferanten, Handwerker und Arbeiten mit anbieten, so beachten Sie bitte folgendes:

Trennen Sie bei der Offertstellung klar die Eigenleistungen und die Fremdleistungen mit jeweiliger Bezeichnung.

Weisen Sie schriftlich darauf hin, dass alle Fremdleistungen auf Gewähr und Rechnung der betreffenden Unternehmungen ausgeführt werden. Ansonsten können Sie gegenüber dem Bauherrn auch für Mängel von diesen Fremdleistungen einstands- und ersatzpflichtig werden.

Trennen Sie bei der Schlussabrechnung die erbrachten Eigenleistungen und die Fremdleistungen durch separate Rechnungsstellungen der beteiligten Unternehmer klar ab.

Falls Sie als GU auftreten, nehmen Sie vorgängig mit uns Kontakt auf. So können wir Sie in Sachen Versicherungsschutz optimal beraten.


Freundliche Grüsse

Arbenz + Partner AG
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