Newsletter I Mai 2018
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Gerne informieren wir Sie in diesem Newsletter über Themen wie Unfallversicherung und Krankentaggeldversicherung.

 

Die Unfallversicherung

In der Schweiz sind alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegen die Folgen von Berufsunfällen und bei einer Tätigkeit mindestens 8 Stunden pro Woche auch gegen die Folgen von Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert. Die obligatorische Unfallversicherung deckt die Heilungskosten und bezahlt einen Lohnersatz in Form von Taggeldern oder Renten.

Der Arbeitgeber muss den Teil der Prämie für die Berufsunfälle übernehmen. Er darf die Prämie der Nichtberufsunfälle im Form eines Lohnabzuges auf den Mitarbeiter abwälzen.

Mitarbeiter, die weniger als 8 Stunden pro Woche arbeiten und/oder bei keinem anderen Arbeitgeber mindestens 8 Stunden pro Woche arbeiten und so in den Genuss einer Nichtberufsunfallversicherung kommen, müssen bei ihrer privaten Krankenkasse die Heilungskosten bei Unfällen einschliessen. Weiter können sie auf freiwilliger Basis auch eine
private Unfalltaggeldversicherung abschliessen.

Die Leistungen aus dem UVG sind gesetzlich vorgeschrieben. Sie beinhalten vor allem die Übernahme der Heilungskosten in der allgemeinen Abteilung sowie einen Lohnersatz in Form eines Taggeldes ab dem 3. Tag zu 80% des durchschnittlichen Verdienstes. Der durchschnittliche Verdienst wird auf Basis des AHV-Lohnes inkl. Familienzulagen berechnet. Es existiert jedoch ein höchstversicherter Lohn von aktuell CHF 148'200.-. Das Taggeld wird bei Erreichen eines medizinischen Endzustandes in eine Rente umgewandelt. Die Leistungen aus dem UVG enden mit dem Wiedererlangen der Erwerbsfähigkeit oder mit dem Tod. Die Leistungen werden über das AHV-Alter hinaus weiterbezahlt.

Das UVG kann Geldleistungen (Taggelder und Renten) bei Wagnissen (z.B. Risikosportarten wie Motocross kürzen oder ganz verweigern. Weitere Beispiele unter diesem Link:
SUVA: Gefährliche Sportarten und Wagnisse

Durch eine Unfallzusatzversicherung können die Leistungen aus dem UVG ergänzt werden. Beispielsweise kann eine Sonderrisiko-Deckung für die Absicherung der gekürzten Leistungen aus dem UVG bei Wagnissen abgeschlossen werden.
Weiter können Leistungen auf dem Lohnbereich über CHF 148'200.- abgedeckt oder die Heilungskosten können um die private Abteilung erweitert werden.

Bei Unfällen im Ausland werden in Vertragsstaaten (EU- / EFTA-Staaten) die Leistungen nach den vor Ort geltenden Rechtsvorschriften (sogenannte Leistungsaushilfe) ausgerichtet. Werden Leistungen von nicht anerkannten Einrichtungen (z.B. Privatkrankenhaus) beansprucht, werden die Leistungen wie bei Nichtvertragsstaaten ausgerichtet. Bei Nichtvertragsstaaten wird höchstens der doppelte Betrag der Kosten vergütet, die bei der gleichen Behandlung in der Schweiz entstanden wären. Im Ausland entstehende Rettungs-, Reise- und Transportkosten werden höchstens bis zu einem Fünftel des maximal versicherbaren Jahresverdienstes, derzeit also CHF 29 640.–, übernommen. Auch hier können nach
Bedarf entsprechende Zusatzversicherungen abgeschlossen werden.

Wir bitten Sie, Schadenmeldungen jeweils umgehend nach Kenntnisnahme bei uns über das Kundenportal zu melden (oder bei spezieller Vereinbarung allenfalls direkt Ihrem Versicherer).

 

Die Krankentaggeldversicherung

Zur Absicherung des Lohnausfalles im Krankheitsfall empfehlen wir für Ihre Mitarbeiter eine kollektive Krankentaggeldversicherung abzuschliessen. Je nach Unterstellung eines GAV (Gesamtarbeitsvertrag) oder LMV (Landesmantelvertrag) ist der Abschluss einer solchen Versicherung Pflicht.

Die Heilungskosten für Krankheitsfälle werden über die obligatorische Krankenversicherung des Mitarbeiters bezahlt.

Die Krankentaggeldversicherung ergänzt oder übernimmt Ihre gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht nach Obligationenrecht.

Der versicherte Verdienst wird in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen geregelt. In der Regel wird auch hier auf den AHV-Lohn abgestellt. Die Familienzulagen sind nicht immer automatisch mitversichert und müssen je nachdem durch besondere Vereinbarung eingeschlossen werden. Melden Sie sich bitte bei uns, wenn Sie nicht sicher sind, ob die Kinderzulagen versichert sind und Sie diese mitversichern möchten. Der Höchstlohn im Krankentaggeld beträgt in der Regel CHF 300'000.-.

Die Wartefrist kann zwischen 3 und 90 Tagen gewählt werden. Wir empfehlen in den meisten Fällen mindestens eine Wartefrist von 30 Tagen zu vereinbaren. Die Höhe des versicherten Taggeldes wird normalerweise zwischen 80-90% des versicherten Verdienstes festgelegt.

Krankentaggelder sind von den Sozialversicherungsbeiträgen befreit (die Prämie für die Berufliche Vorsorge muss noch bis zum Einsetzen der Prämienbefreiung, in der Regel 3 Monate, weiterbezahlt werden).

Sofern der GAV resp. LMV keine andere Regelung vorsehen, werden die Prämien in der Praxis häufig hälftig zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Der Arbeitgeber darf jedoch auch einen grösseren Teil übernehmen. Eine Überwälzung auf den Arbeitnehmer von mehr als 50% ist in den meisten Fällen gesetzeswidrig und muss vor Anwendung sehr sorgfältig geprüft werden.

Im Krankheitsfall ist die Meldung so schnell als möglich zu erstellen. Üblicherweise sehen die Allgemeinen Versicherungsbedingungen eine Meldefrist von 14-30 Tagen nach der Erkrankung vor. Wird die Schadenmeldung nach dieser Frist eingereicht, werden Sanktionen in Form von Kürzungen/Verweigerung der Taggelder vorgenommen. Leistungsfälle, bei denen nicht sicher ist, ob die Wartefrist erreicht wird, empfehlen wir trotzdem eine
sofortige Anmeldung. Dies hilft auch im Falle eines späteren Rückfalles.

Die versicherte Person hat Obliegenheiten/Pflichten und eine Schadenminderungspflicht, welche im Leistungsfall eingehalten werden müssen. Diese können je nach Versicherer und Allgemeine Versicherungsbedingungen etwas variieren. Die wichtigsten und üblichen sind die folgenden:

  • Im Krankheitsfall ist unverzüglich ein Arzt beizuziehen und für fachgemässe Behandlung zu sorgen. Eine verspätete ärztliche Behandlung kann ebenfalls zu Sanktionen in Form von Kürzungen/Verweigerung der Taggelder führen.
  • Im Rahmen der sogenannten Schadenminderungspflicht ist das Verhalten so zu gestalten, dass eine möglichst schnelle Genesung unterstützt wird.
  • Im Krankheitsfall wird eine Vollmacht zur Entbindung der beruflichen Schweigepflicht der Ärzte gegenüber den Versicherern per Post direkt zugestellt. Diese ist umgehend unterzeichnet zu retournieren (ohne diese Vollmacht kann der Fall nicht bearbeitet und die Taggelder nicht ausbezahlt werden).
  • Der Versicherer kann Patientenbesuche durchführen, Case Manager einsetzen sowie Untersuchungen durch einen bestimmten Arzt anordnen.
  • Es sind regelmässige ärztliche Kontrollen (min. alle 4 Wochen) vorzuweisen.
  • Möchte die versicherte Person die Schweiz verlassen werden, muss vor Reiseantritt eine schriftliche Genehmigung der Versicherer und allenfalls eine Bestätigung des behandelnden Arztes vorliegen.
  • Möchte die versicherte Person während der Krankheit Ferien beziehen, ist vorgängig abzuklären ob die Person ferienfähig ist und ob in dieser Zeit Taggelder entrichtet werden oder ob Sie als Arbeitgeber einen Ferienlohn zu entrichten haben.
 

Unbezahlter Urlaub (obligatorische Unfallversicherung, Unfall-Zusatzversicherung, Krankentaggeld und Berufliche Vorsorge

Möchten Ihre Mitarbeiter unbezahlten Urlaub beziehen, bitten wir Sie, sich möglichst
frühzeitig mit uns in Verbindung zu setzen. So können wir vorgängig die verschiedenen Lösungen zur Gewährung des Versicherungsschutzes und die Kosten abklären.

 

Informationspflicht des Arbeitgebers

Als Arbeitgeber haben Sie Ihren Mitarbeitern gegenüber eine Informationspflicht in Bezug auf die gewählten Versicherungslösungen, die Möglichkeit des Übertritts in die Einzelversicherung und die Abredeversicherung im UVG. Gerne unterstützen wir Sie mit einem entsprechenden Merkblatt für neue Mitarbeiter bei Eintritt und entsprechenden Unterlagen für das Austrittsgespräch. Melden Sie sich bei uns, wenn wir Ihnen diese Unterlagen zukommen lassen sollen.


Freundliche Grüsse

Arbenz + Partner AG
RISK SERVICE

 
 
 
Website
Kontakt