Coronavirus COVID-19
 

Sehr geehrte Damen und Herren

Weltweit sind mehr als 114’000 Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus gemeldet. Für die meisten Menschen verläuft die Krankheit mild. Jedoch können vor allem ältere Personen schwer erkranken. Insgesamt sind mehr als 64’000 Menschen wieder geheilt.
Der Bundesrat stuft die Situation in der Schweiz als «besondere Lage» ein. Damit kann der Bund aussergewöhnliche Massnahmen treffen, welche normalerweise in der Kompetenz der Kantone sind, zum Beispiel das Verbot von Grossveranstaltungen.

Auch in der Schweiz sind bereits mehrere Ansteckungen bekannt. Die aktuellen, weltweiten Zahlen finden sich jederzeit unter folgendem Link:

Aktuelle Zahlen zur Verbreitung des Coronavirus COVID-19

Um eine Verbreitung möglichst zu verhindern, werden die Erkrankten isoliert. Alle, die zu einer erkrankten Person engen Kontakt hatten, also weniger als zwei Meter Abstand während mehr als 15 Minuten, müssen zwei Wochen in Quarantäne bleiben.

Die Schweiz hat als oberstes Ziel, den Überblick über die Verbreitungswege des Virus zu behalten. Verliert sie die Übersicht, wird sie zum "betroffenen Gebiet" gemäss WHO-Definition. Die Weltgesundheits-Organisation umschreibt damit Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch stattfindet.

Die aktuelle Situation hat Auswirkungen auf die Schweizer Volkswirtschaft, sei es infolge von Unterbrüchen in der globalen Lieferkette, Quarantäne von Mitarbeitern, Absage von Anlässen oder ausfallende Umsätze von Unternehmen.

Als Ihr zuständiger Risikoberater möchten wir Ihnen an dieser Stelle die gegenwärtigen Erkenntnisse auf dem Versicherungsmarkt zusammenfassend mitteilen, ohne dabei eine Panikmache verbreiten zu wollen.

 

Wofür kommt die Sach-/Allrisk-Versicherung auf?

Damit Anspruch auf einen Ertragsausfall oder Mehrkosten entsteht, setzen die Allgemeinen Vertragsbedingungen der Versicherungsgesellschaften zwingend einen Sachschaden voraus, welcher die Ursache für den entstandenen Umsatzausfall sein muss (z.Bsp. ein Brand-, Wasser-, Elementarereignis). Im Falle des Coronavirus, COVID-19 ist dies nicht gegeben, weshalb diese Versicherung keinen Versicherungsschutz für die Auswirkungen auf das Unternehmen bietet.

Einige Unternehmen haben zusätzlich Rückwirkungsschäden mitversichert, welche Umsatzeinbussen und Mehrkosten aufgrund eines Schadens bei einem Lieferanten und/oder Kunden decken. Für den Versicherungsschutz ist auch hier die Voraussetzung, dass bei Ihren Lieferanten oder Abnehmern ein gemäss Ihren gültigen Bedingungen versicherter Sachschaden entstand, was beim Coronavirus nicht erfüllt ist.

In wie fern hier ein Lieferant oder Kunde aufgrund des Vertrages mit Ihnen für Ertragsausfälle und/oder Mehrkosten haftbar gemacht werden kann, muss im Einzelfall geprüft werden. Aus unserer Sicht sind die Erfolgschancen eher gering, da es sich vor Gericht als Haftungsausschluss infolge einer höheren Gewalt eingestuft werden könnte.

 

Warentransport-Versicherung, was ist damit gedeckt?

Unter der Warentransportversicherung (All Risks-Versicherung) sind grundsätzlich der Verlust und die Beschädigung der transportierten Güter versichert. Liegt ein versicherter Schaden vor oder droht ein solcher unmittelbar, übernimmt der Versicherer die Kosten zur Verhütung oder Minderung des Schadens, sowie die Mehrkosten für Umladung, einstweilige Lagerung und Weiterbeförderung der Güter.

Folgen einer Verzögerung in der Beförderung oder Ablieferung, unabhängig von der Ursache, sind grundsätzlich nicht versichert. Ebenfalls ausgeschlossen sind sogenannte mittelbare Schäden, wie Nutzungs- oder Betriebsverluste, Liege- und Standgelder und andere Schäden, welche die Güter selbst nicht unmittelbar betreffen.

 

Was deckt eine Epidemie-Versicherung?

Diese Versicherungsdeckung wird häufig nicht von Produktionsunternehmen, sondern vielmehr in der Gastronomie, Hotellerie und in der Lebensmittelindustrie abgeschlossen. Die Epidemie-Versicherung deckt Fälle, welche auf eine Betriebsschliessung infolge einer behördlichen Anordnung bei Ihnen selber oder einem zuliefernden oder abnehmenden Fremdbetrieb zurück zu führen sind. Eine vorsorgliche Schliessung eines Betriebes durch den Entscheid des Unternehmers selber ist nicht versichert. Über diese Versicherung kann der entgangene Betriebsgewinn, Mehrkosten und Sachschäden (z.Bsp. Betriebsschliessung, Waren- und Vorratsvernichtung, Desinfektionsmassnahmen oder Tätigkeitsverbote), welche durch die von den Behörden angeordneten Massnahmen entstanden sind, versichert werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die Produkte der Versicherungen oftmals Influenza-Viren generell ausschliessen (COVID-19 gilt nicht als Influenza-Virus) oder keine Leistungen erbringen, wenn die WHO eine erhöhte Pandemiestufe erklärt.

Wir stellen zum aktuellen Zeitpunkt auf dem Versicherungsmarkt fest, dass der Abschluss von neuen Epidemie-Versicherungen oder ein Ausbau von bestehenden Policen praktisch unmöglich ist.

 

Was zahlt die Kollektiv- Krankentaggeldversicherung?

Für Personen mit Verdacht, dauert die Quarantäne gemäss aktuellem Kenntnisstand ungefähr 14 Tage. Ohne Erkrankung besteht kein Versicherungsschutz für Taggeldleistungen, da als Voraussetzung gilt, dass eine Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit ärztlich bescheinigt sein muss. Solche Ausfälle liegen bei den meisten Betrieben ohnehin innerhalb der vereinbarten Wartefrist. Bei einer ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit wegen einer Erkrankung am Coronavirus, COVID-19 wird nach Ablauf der vereinbarten Wartefrist das versicherte Taggeld ausbezahlt.

 

Was ist in einer Event-Versicherung versichert?

Diese Versicherung bietet dem Veranstalter Schutz gegen die Folgen eines Ausfalles einer geplanten Veranstaltung. Ebenfalls können Schäden an Dritten oder an Gegenständen von Dritten, sowie Sach- und Transportschäden am Inventar versichert werden. Gemäss unserer Überprüfung sind jedoch in diversen Versicherungsbedingungen Ausschlüsse in Bezug auf Epidemien und Seuchen zu finden.

 

Wie sieht es mit der Reiseversicherung aus?

Die Reiseversicherung deckt Annullationskosten, wenn eine geplante Reise in ein Gebiet, Stadt oder Ortschaft stattfinden soll, welche von den Behörden unter Quarantäne gestellt wurde oder aufgrund eines Ein-/Ausreiseverbotes nicht erreichbar ist. Aktuell zeigen sich die Versicherer kulant, wenn es sich um eine Reise nach China (nicht für Stopover Aufenthalte) handelt. Wie weit der Versicherungsschutz im konkreten Fall geht, hängt von den einzelnen Anbietern ab.

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich bei diesen Informationen um allgemein gehaltene Aussagen handelt. In einem konkreten Fall sind Ihre abgeschlossenen Versicherungsverträge inkl. gültigen Vertragsbedingungen massgebend.

Bei Fragen oder für Abklärungen mit den Versicherern in konkreten Schadenfällen, können Sie sich jederzeit gerne an Ihren zuständigen Berater wenden.

Freundliche Grüsse

Arbenz + Partner AG
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